Schöner Wohnen in alten Vierteln und an neuen Standorten
 
Wohnen in Bremen

Schöner Wohnen in alten Vierteln und an neuen Standorten


Bremen zählt mit knapp 560.000 Einwohnern zu den zehn größten Städten Deutschlands und bietet viel Lebensund Wohnqualität: sehr grün, kompakt, attraktiv und vergleichsweise günstig. Die Bremer bevorzugen offensichtlich die eigenen vier Wände, denn die Hansestadt besitzt mit fast 37 % die höchste Eigentumsquote unter Deutschlands Stadtstaaten. Als gute bis sehr gute Wohnlagen gelten Oberneuland, Schwachhausen, Habenhausen, Horn-Lehe, Östliche Vorstadt, Mitte, Überseestadt, Borgfeld, Burglesum, Neustadt und Findorff. Zu den einfachen Lagen zählen Hemelingen, Osterholz, Huchting, Gröpelingen sowie Blumenthal und Vegesack. Auch in den einfachen Lagen mit überwiegend Häusern aus den 30er bis 60er Jahren lohnt ein genauer Blick auf die Wohnungsangebote, denn hier finden sich durchaus wohnlich attraktive „Nischen“ mit teils noch historischem Hausbestand oder modernen Neubauten, die wie in Huchting geschickt in Bestandslücken eingefügt wurden und sogar einen Architekturpreis gewannen.
Das begehrte Bremer Haus
Das begehrte Bremer Haus
Während in fast allen europäischen Großstädten vor rund 150 Jahren Mietskasernen mit dunklen Hinterhöfen entstanden, wurde dies in Bremen 1841 per Bauordnung behördlich untersagt. Die Bremer kreierten stattdessen einen eigenen Haustypus, das Bremer Haus. Es handelt sich um Familienhäuser in Reihenhausbauweise in den unterschiedlichen Baustilen des Klassizismus, des Historismus und des Jugendstils, die einem einheitlichen typischen Schema folgten: Außentreppe, erhöhte Eingangstür mit Vordach und Vorhalle, zwei große Zimmer im Erdgeschoss hintereinander mit breitem Durchgang, Flur und Treppenaufgang seitlich davon, Erker sowie in späteren Ausführungen mit einem Souterrainvorbau und einer darüber befindlichen, verglasten Veranda in vielen Variationen. Die Größen reichten vom eingeschossigen Arbeiterhaus bis zum dreieinhalbstöckigen Großbürgerdomizil. Dieser Haustyp ist in besonders großer Zahl in Schwachhausen, der Östlichen Vorstadt sowie im „Flüsseviertel“ der Neustadt vorhanden, aber auch in anderen Stadtteilen findet man noch hier und da einige Straßenzüge mit gut erhaltenem Bestand. Diese Häuser sind hoch begehrt und damit leider für Eigentumskäufer sehr teuer geworden. Doch es besteht noch Hoffnung für Interessierte: Als Symbol städtischer Wohnqualität erlebt das Bremer Haus derzeit eine Renaissance und inspiriert die Architekten vieler Neubauprojekte in Bremen.
Großsiedlungen, Freiraumbebauung und „Gewoba“
Großsiedlungen, Freiraumbebauung und „Gewoba“
Um die Wohnungsnot der Nachkriegsjahre schnell zu lindern, enstanden in den 50zigern auch moderne Großsiedlungen als sozialer Wohnungsbau. Darunter vorbildlich geglückte Projekte mit viel Grünflächen wie in der „Vahr“ mit dem inzwischen denkmalgeschützten 65 Meter hohen Aalto-Hochhaus, deren Wohnqualität auch heute noch von den rund 30.000 „Vahraonen“ sehr geschätzt wird. In den 60zigern entstand das überambitionierte und missglückte Hochhausprojekt in Osterholz-Tenever, spöttisch „Klein-Mainhatten“ genannt. Inzwischen wurden hier einige Hochhäuser abgerissen, um das Areal aufzulockern und freundlicher zu gestalten. Nachdem die verbliebenen 65 % der Wohnungen aufwändig saniert wurden, entwickelt sich das Quartier positiv und ist für Wohnungssuchende wieder eine attraktive und zugleich mietgünstige Option. Weitere, relativ gelungene Großsiedlungen entstanden in Huchting und Kattenturm. An vielen Großsiedlungen der letzten 60 Jahre beteiligt und führender Anbieter von Wohnraum ist die „Gewoba AG“, an der die Stadt Bremen rund 72 % Anteile hält. Mittlerweile plant die Gewoba in besonders großen Bebauungslücken dieser Siedlungen neue moderne Wohnhäuser. Der vom Deutschen Städtebaupreis gewürdigte Entwurf „Tarzan und Jane“ zeigt laut Jury-Urteil exemplarisch auf, wie der vorhandene Freiraum der aufgelockerten Siedlungen der fünfziger und sechziger Jahre mit kostengünstigem, qualitätsvollem Wohnungsbau aufgewertet werden könne. Fünf dieser Gebäudetypen wurden mittlerweile von der GEWOBA in Bremen-Huchting verwirklicht, eines davon als Studentenwohnheim. Die Gesellschaft hat mehr als 42.000 Wohnungen und Gewerbe-Immobilien in ihrem Bestand und wird von ihren Mietern dafür geschätzt, dass sie die Wohnungen im Verhältnis zu so mancher privaten Vermietergesellschaft regelmäßig gut „in Schuss“ hält und die Mietkosten trotzdem günstig bleiben!
Neue Viertel auf Lücke oder nah am Wasser gebaut
Neue Viertel auf Lücke oder nah am Wasser gebaut
Da die Nachfrage nach Wohnraum weiter steigt, hat der Bremer Senat ein Wohnbauförderprogramm für 14.000 Wohnungen aufgelegt. Eine Reihe größerer Neubauvorhaben haben bereits Fahrt aufgenommen. Im Stephaniquartier, dem Areal zwischen Innenstadt und Überseestadt, ensteht direkt an der Weser das Projekt „Stadtterrassen“ mit insgesamt 120 Mietwohnungen. Direkt neben der Horner Mühle finden bald 300 Menschen im neuen „Mühlenviertel“ ein Zuhause. Auf einem 14 Hektar großen Grundstück des im Umbau befindlichen Klinikums Bremen-Mitte plant die Stadt mit dem „Neu-Hulsberg-Viertel“ ein gemischtes Wohn- und Büroquartier. Eine richtige „Wohnperle“ entwickelt sich derzeit links der Weser rund um das ehemalige Wasserwerk mit seinem „Retro-Charme“, im Volksmund auch umgedrehte Kommode genannt. Auf dem 20 Hektar großen Landstreifen zwischen großer und kleiner Weser entstehen inmitten eines Naherholungsgebietes und wenige Fußminuten zur Innenstadt liegend hochwertige Wohnblöcke und Cityhäuser. Wer hier an der richtigen Position in einem höheren Stockwerk während der blauen Stunde aus dem Fenster schaut, kommt in den Genuss eines atemberaubenden Panoramablicks über die Weser auf die Altbremer Häuser des Osterdeichs und auf die illuminierte Altstadtsilhouette!
Neue Viertel auf Lücke oder nah am Wasser gebaut
Neue Viertel auf Lücke oder nah am Wasser gebaut
Das auffälligste Neubauprojekt ist die Überseestadt. Entlang des alten Europahafens und weit darüber hinaus vollzieht sich ein gewaltiger Wandel, hin zu einem völlig neuen Stadtteil, der selbst die Dimensionen der Hamburger Hafencity übertrifft. Spektakulär umgewidmete Hafenschuppen und extravagante Neubauten ergeben eine abwechlungsreiche Skyline. In den alten Speichern entstand ein Mix aus Handel, Gewerbe und Wohneinheiten sowie ein neues Domizil für die Kunsthochschule Bremen. In loftartigen Neubauten haben sich viele Dienstleister, Freiberufler und Kreative zum Leben und Arbeiten eingerichtet. Die Erschließung des Areals wird sich noch bis 2025 fortsetzen, bis 2020 sollen mehr als 1000 Wohneinheiten fertig sein. Die Ausrichtung der Wohnungen nach Südwesten beschert den Balkonen Sonne und Wasserblick. Passionierte Segler können ihr Segelschiff an einem eigenen Anleger in Sichtweite festmachen. Der 70 Meter hohe und 20-geschossige Landmark Tower bietet vorerst die Spitze dessen, was man hier an spektakulärem Ausblick und ebenso exklusiven Suiten und Loft-Apartments bekommen kann. Doch wer jetzt glaubt, hier sei nur Platz für vermögende Leute, der irrt. Im zweiten Bauabschnitt hinter dem Landmark Tower sind die Kalt-Mietkosten mit 11 € pro Quadratmeter auch für „gute Normalverdiener“ noch erschwinglich. Ein Hamburger Bauunternehmer, der sich in der Überseestadt Anregungen für ein eigenes Projekt holen wollte, reagierte etwas konsterniert angesichts dieser Zahlen: „Bei dieser exklusiven Lage mit freiem Blick aufs Wasser ist das ein unfassbares Schnäppchen! Diese Kombination aus Lage, Bauqualität und moderater Miete kriegen wir in Hamburg so nicht hin!“ Wer also den Komfort hochmoderner Wohnungen schätzt, aber auch den Retro-Charme eines ehemaligen Hafenareals liebt sowie klassisches Gewerbe und eine regelmäßige frische Brise um die Nase nicht scheut, findet nur wenige Minuten von der City entfernt seine maritim geprägte Wohnoase.
Randgebiete holen auf
Wohnlagen in der historischen Mitte sind äußerst rar. Top-Wohnadressen sind hier die Contrescarpe entlang der Wallanlage und der Teerhof auf der Halbinsel zwischen Weser und kleiner Weser direkt gegenüber der Flanier- und Lokalmeile „An der Schlachte“. Durch das begrenzte und teuere Angebot im Zentrum, finden mittlerweile einige Randgebiete wie der ehemalige Arbeiterstadtteil Findorff und die links der Weser gelegene Neustadt als Wohnoption mehr Beachtung. Das bodenständige Findorff liegt mit der einen Seite direkt neben dem Bürgerpark und mit der anderen nah am Bahnhof und der Innenstadt. Besonders attraktiv für Wohnungssuchende ist das ruhige Weidedammviertel, ein neugebautes Quartier mit Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern, von dem man aus über ein Fleet in den Bürgerpark gelangt. Die Neustadt beherbergt eine Hochschule, deren Studierenden das Viertel mit ihrem jugendlich Elan mitprägen. Das Gebiet, in dem die Straßenzüge Flussnamen tragen, gehört zu den Wohnlagen, in denen es noch viele interessante Altbremer Häuser gibt, die hier günstiger zu mieten sind als z. B. in Schwachhausen. Die nächsten Wohnlagen, die ihr Potenzial mit neugebauten Wohnsiedlungen gerade entfalten, sind das an die Östliche Vorstadt angrenzende Hastedt sowie Huckelriede links der Weser. Im Norden liegen Burglesum und Vegesack mit ihrem beschaulichen Mix aus grünem Umfeld und maritimen Flair zwar etwas abseits, eine S-Bahn sorgt jedoch für eine schnelle Verbindung zum Bremer Hauptbahnhof.
Familienfreundliches Wohnen und gute Wohnlagen
Neben Findorff-Weidedamm baute Bremen für Familien ab Mitte der 1990er Jahre auch noch in größerem Stil in den Stadtteilen Arsten und Lehesterdeich. Zu den familienfreundlichen und zugleich sehr guten (und teueren) Lagen Bremens zählen die am Stadtrand gelegenen Stadtteile Oberneuland und Borgfeld, die durch ihre ländliche Atmosphäre und mit ihren Ein- und Zweifamilienhäusern besonderen Anklang finden. Wer im ländlich-noblen Oberneuland heimisch werden möchte, sollte allerdings damit zurechtkommen, dass die adelige Prägung im 18. Jahrhundert und der großbürgerliche Einfluss im 19. Jahrhundert bis heute dezent nachwirken.
Wachsende Vielfalt
Erfreulicherweise baut Bremen seit einigen Jahren wieder neuen Wohnraum in großer Vielfalt. Neue Standorte entstehen und einige alte Viertel entwickeln neues Potential. Ob in Großsiedlungen, historischem Bestand, extravaganten Neubauten, nah am Wasser oder in ländlicher Idylle: Bremen dürfte jedem Neubürger, jeder Neubürgerin ein passendes Wohndomizil bieten können.
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